18.April 2011
Donner über dem Awash

Bild [3.1] Blick auf den Awash
Morgens gibt es das erste Mal das nunmehr tägliche Ritual des „Bitte melden“ – Scrambled Eggs? Viele Hände gehen hoch, es wird gezählt. „Ommlett?“ – Bitte melden? Nochmals wird durchgezählt, um die Denkorgane am Morgen auf Zack zu bringen, wird das Ganze – manchmal mit unterschiedlichem Ergebnis – mehrfach durchexerziert. Danach geht es weiter mit der selben Frage bei Coffee, Coffee with milk, Tea, hot water… Dann hat jeder Gast geröstetes Weißbrot, einen Klecks Butter und Orangenmarmelade vor sich. Schwungvoll werden die goldgelb leuchtenden lockeren Eierspeisen serviert, die übrigens durchweg an allen Orten gut zubereitet werden – Rach als Restauranttester würde empfehlen, sich auf dieses Segment, in dem man besonders gut ist, zu konzentrieren. Zum Schluss kommen dann Tee und Kaffee.

Bild [3.2] Awashfälle
Nach unserem Frühstück starten wir zur Exkursion durch den Nationalpark. Schon unterwegs halten wir immer wieder, denn Rüpell - und Somaliwürger, Graubürzelsinghabicht ziehen immer wieder unsere Aufmerksamkeit auf sich und uns mit Fernglas, Stativ und Kamera aus den Autos. Endlich kommen wir zu den Awash-Falls, die ihr Panorama spektakulär über eine Vielzahl von Kaskaden entfalten, zwar riecht es etwas streng, das Wasser sieht auch eher bräunlich aus, aber die Gesamtkulisse ist eindrucksvoll. Außerdem funktionieren die Falls wie eine Kläranlage. Wir steigen über Treppen hinunter ins Flußtal, das dicht bewaldet ist und Schatten bietet. Am Wasser tummeln sich Libellen und ein Nilwaran liegt auf dem schlammigen Ufer. Oberhalb der Wasserfälle liegt die Awash-Logde, die mit Holz und tradtionellem afrikanischen Baustil sehr komfortabel wirkt. Nach und nach bleibt jeder aus unserer Gruppe in der luftig-schattigen Barlounge des Hotels hängen und manche werfen bei der Abfahrt sehnsuchtsvolle Blicke zurück.

Bild [3.3] Ostafrikanische Oryx ; Beisa| Oryx| Oryx gazella beisa
Nachmittags führt uns unsere Strecke weiter durch den Park. Inzwischen ist es sehr schwül und dunkle Wolken künden Regen an. Heißer Wind lässt die trockenen Steppengräser knistern und rascheln. Unter einem Baum rastet eine Oryx-Antilope.
Die Luft flimmert und lässt das Tier mit seinem sandfarbenen Fell und den schwarzen Abzeichen auf Nase und an Bauch und Beinen fast mit seiner Umgebung verschmelzen. Einen kurzen Staubsturm erträgt die Oryx mit zurückgelegten Ohren und zusammengekniffenen Augen und Nüstern. Durch ihre einzigartige Anatomie ist sie imstande, die heiße Luft in den Nüstern zu kühlen. . Die Oryx nimmt kaum Notiz von uns. Scheuer und flüchtiger ist die zierliche kleine Dikdik's, die sich gut getarnt ins Unterholz duckt und von dort mit ihren dunklen und großen Augen zu uns herüberspäht. Die Riesentrappe, die wir wenig später über eine Freifläche schreiten sehen, ist weniger beeindruckt von uns und gut zu fotografieren.

Bild [3.4] Purpurmasken-Bartvogel| Black-billed Barbet|
Lybius guifsobalito
In der Nacht gewittert es. Zuerst grollt der Donner. Dann prasselt der Regen und eine erfrischende Brise kühlt den Wohnwagen. Fast wären wir zum Duschen nach draußen gerannt. Das Rauschen des Regens wiegt uns in den Schlaf. weiterlesen